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H A I T S E  425

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In "Show & Event" finden Sie alle Bilder mit den Hengsten von der Körung

 

 

Auf nach Leeuwarden zur Friesenhengst-Körung

 

 

Samstag, 12. Januar 2008

5 Uhr, der Wecker klingelte, aufstehen, in ca. 1 Stunde sollte es losgehen. Ich stellte die Kaffeemaschine an, fütterte meinen Kater Jimmy, öffnete alle Fenster zum lüften und machte mich reisefertig. Ganz in Ruhe schlürfte ich meinen heißen, leckeren Morgenkaffee, der meinen Kreislauf in Schwung bringen sollte, dabei hörte ich im Radio den Verkehrsfunk und den Wetterbericht. Insgeheim hoffte ich auf einen trockenen, wenn auch bewölkten Himmel, Stau würde es wohl nicht geben.

Gegen 6 Uhr war ich mit allem fertig. Jacke, Tasche, Kamera, alles da, noch ein Küsschen für den Kater und schon brauste ich ab. Friesland (Holland) ich komme. Am Tag vorher hatte ich mir die Strecke aufgeschrieben, doch eigentlich war das überflüssig, denn ich kannte alles wie im Schlaf. Das erste Mal fuhr ich am 14. Januar 1995 nach Friesland zur Friesenhengst-Körung in Leeuwarden und ein Jahr später noch einmal. Seitdem war ich unzählige Male in Friesland, machte dort Urlaub und fotografierte alles was mir vor die Linse kam. Allerdings schaffte ich es bis jetzt nicht, noch mal zur Friesenhengst-Körung zu fahren, warum, das weiß ich selber nicht.

Doch nun sollte es wahr werden, ich fuhr ins Herz von Friesland nach Leeuwarden zur Friesenhengst-Körung. Nur langsam wurde es heller, der Himmel blieb bewölkt, dafür regnete es nicht, Gott sei dank. Alle Landstraßen und Autobahnen waren frei und ich genoss eine ruhige und schöne Fahrt.

 

Vorher kam ich an Kampen vorbei; nordwestlich von Zwolle; dieses kleine süße Städtchen mochte ich immer besonders gerne. Früher glaubte ich, das sei schon in Friesland. Nein, nein. Mit seinen alten Backstein-Häusern und den großen Segelschiffen auf der Ijssel davor, bot es eine faszinierende Kulisse.

 

 

 

Hauptstrasse - N 50 - gegenüber von Kampen

 

Seit 2 Jahren gibt es die neue Umgehungsstraße über die Ijssel, links von Kampen. Vorher lief der gesamte Verkehr über die alte Brücke, rechts von Kampen auf der engen Hauptstrasse, N50, gegenüber der Stadt.

 

links von Kampen - neue Brücke rechts von Kampen - alte Brücke

 

Der Stadtkern war von dieser Seite über eine alte eiserne Brücke einspurig zu erreichen. Hier wurde vor ca. 10 Jahren eine neue Brücke (zweispurig) gebaut. Mir gefiel die Alte besser, weil sie eiserne gekreuzte Streben hatte und ich regelmäßig anhielt und die Aussicht, wenn möglich im Morgenrot genoss. Schade, alles war so schnell vergänglich.

 

 

Blick zurück auf Kampen

 

 

 

Weiter ging die Fahrt Richtung Friesland. Kurz vor Lemmer (Friesland) ging die N50 nahtlos in die A6 über, nun war es nicht mehr weit. Wollte ich in Gaastmeer Urlaub machen; bog ich in Lemmer ab, doch jetzt ging es weiter auf der Autobahn, mein Ziel - Leeuwarden - vor den Augen. Noch zwei Mal die Autobahn wechseln, von der A6 auf die A7 (Richtung Amsterdam) und kurz darauf auf die A32. Ein Schild zeigte an, dass es nur noch 10 km bis nach Leeuwarden waren.

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Ankunft in Leeuwarden

Gegen 10 Uhr und ca. 260 Km weiter, traf ich in der Metropole von Leeuwarden ein, folgte den Schildern mit der Aufschrift " WTC EXPO" (World Trade Center) und stand unvermittelt vor der Friesenhalle. Schnell suchte ich mir einen Parkplatz, raffte meine sieben Sachen zusammen und lief zum Haupteingang. Vorher machte ich wie immer meine traditionellen Fotos, die, zum einen meine Erinnerungen waren und zusammengestellt wieder eine schöne, runde Geschichte ergeben sollten.

 

Vorne, an der Zufahrt zur Halle, entdeckte ich die Steinfigur eines Schlittschuhläufers und las die in Stein gehauene Schrift. Dort standen alle Schlittschuhläufer seit 1909, die dieses 11 Städte-Rennen (Elfstedentocht) über 200 Km, gewonnen hatten.
 Und siehe da, Herr H. C. ANGENENT gewann am 4. Januar 1997 das Rennen in 6 Std. 49 Min. 18 Sek., dass sich zum 20. Mal jährte. An dem Tag war ich als Zuschauer mit an der Strecke in Parrega und Workum an der N 359, südlich von Bolsward. In einer Zeitspanne von 50 Jahren, vom 8.2.1947 bis 4.1.1997 wurden 7 Rennen bestritten! Wichtigster Punkt dabei war das Wetter: fror es nicht lange genug und bei tiefsten Temperaturen, fand kein Schlittschuhrennen, das Schaatsen, statt; weil das Eis auf den Kanälen zu dünn war.

Schnell noch die friesische Fahne fotografiert, denn wenn ich abends nach Hause fahren wollte, war es sicher zu dunkel zum fotografieren. Das sind keine roten Herzen, sondern die Blätter der gelben Seerose. Den Haupteingang vor mir, wunderte ich mich darüber, dass keine Besucher herum liefen. Hatte ich etwa den falschen Tag ausgesucht oder war ich an der falschen Halle? Nichts von dem traf zu, denn die Halle hatte einen neuen Haupteingang bekommen; Eingang West. Der Grund dafür war ziemlich einfach: auf der Innenseite befand sich genau am Eingang ein Restaurant. Aber wo sollte der Eingang West sein? Ich folgte einigen Fußgängern, die Reise ging einmal um die Halle herum zum "Hintereingang"; und tatsächlich, hier war der neue/alte Haupteingang: "Ingang West".

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In der Friesenhalle

Mein Blick schweifte durch die große Eingangshalle; mit ihrer ca. 20m hohen Decke und den 2 großen Fensterseiten, wirkte sie auf mich hell, freundlich und sehr imposant. Auf der rechten Seite entdeckte ich die Abteilung, in der man seine Jacke/Mantel für 1 EURO abgeben konnte; was ich gerne tat. Vermutlich war die "Friezenhal" geheizt, das empfand ich als sehr angenehm, denn ohne die dicke Winterjacke lief es sich viel besser. Mit einem Schwall Besucher ging es zur Kasse, als ich an die Reihe kam sagte ich: "1 Erwachsener"; als Antwort bekam ich "20 €" (ca. 40 DM) zu hören! Ich fragte noch mal nach "20 €?" "Ja".

         

Es verschlug mir für einen Moment den Atem, damit hatte ich nicht gerechnet, nun gut, ich wollte in die Halle und es war eine Tageskarte für die Tribüne. 1995 kostete der Eintritt 20 Gulden (NL) (ca.16 DM) für die FEC Halle. Kurz hinter dem Eingang konnte man den aktuellen Katalog für 6.50 € kaufen, damals 5 Gulden. Jetzt hatte ich schon 27.50 € (ca. 54 DM) ausgegeben und noch keinen lebenden Friesenhengst gesehen; ich war sehr gespannt darauf, wie es weiter gehen sollte. Wo bitte ging es zur "Friesch Paarden Hengstenkeuring"?

 

Katalog 2008

Flyer - Informationsblatt

 

Eine Art "Verkaufsmeile" gab es zu bestaunen, viele Aussteller zeigten ihre Waren; es kam mir vor, als wäre ich auf der Equitana in Essen. So etwas gab es 1995 noch nicht, ich war angenehm überrascht. Mittendrin entdeckte ich den Stand mit der Zeitschrift "Friesen-Journal" und dem Ehepaar Friedel und Hilde Steubesand. Wir lernten uns 1995 kennen, damals wurden meine Fotos mit den Friesenpferden in der Zeitschrift veröffentlicht. Sonja Steubesand (Tochter) kam dazu, sie hatte Friesenhengste fotografiert und gönnte sich eine kurze Pause.
Weiter ging meine "Reise" in eine große Halle parallel zur "Verkaufsmeile"; dort standen viele verschiedene Kutschen, Anhänger und weitere Verkaufsstände. Hier entdeckte ich den Stand der Niederländischen Friesenzeitschrift "Phryso" (links), ebenso wie den des DFZ (Deutscher Friesen Zuchtverband) und der Stand des "Het Friesch Paarden -Stamboek" (KFPZ-K=Königliche Vereinigung) durfte auch nicht fehlen; um nur einige zu nennen. An einer kurzen Seite gab es Tische und Stühle, die zum verweilen einluden. Man konnte sich Kaffee, Pommes und ähnliches kaufen.

 

 

Auf der anderen kurzen Seite ging es in - die Friesenhalle; Einlass ab 9 Uhr. Im halbdunklen suchte ich einen Aufgang zur Tribüne die  schon gut besucht war, hier und da gab es noch freie Plätze. Mich zog es hoch hinauf, weil ich keine Karte für die unteren Sitzplätze hatte. In der Hallenmitte, ganz oben, genoss ich eine gute freie Sicht auf die Arena unter mir.

 

 

Neu für mich zu sehen war die riesige V.I.P.-Tribüne (VIP=Very Important Person), die fast eine ganze Längsseite der Halle einnahm. An Tischen mit gepolsterten Stühlen und Rundum-Service, wobei ein Tisch über 1000,- € kosten sollte, gab es viel Platz für die Besucher aus Übersee und woher sie sonst noch stammten. Sie alleine kamen in den Genuss, die Hengste von vorne zu sehen, wenn diese Aufstellung nahmen und prämiert wurden. Spannend wird es sein, zu sehen, welche und wie viele Hengste wieder ihre Heimat Friesland für immer verlassen werden, um den zahlungskräftigen Käufern viel Freude (Euro/Dollar) zu bringen. Meiner Meinung nach, kommt das Friesenpferd; das Lebewesen Pferd; zu kurz. Schade.

 

 

 

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Schwarze Perlen - die Friesenpferde

Kaum saß ich, die Kamera in der einen Hand, die Tasche in der anderen, lenkte es meine ganz Aufmerksamkeit in die Hallenmitte. Dort kamen die "alten" Hengste nacheinander rein. An Doppellongen wurden sie zuerst den Richtern vorgeführt, um dann Runde für Runde im Trab kreuz und quer durch die Halle zu schweben; sie schienen den Boden gar nicht zu berühren und man konnte sie von allen Seiten bewundern. Eben schwarze Schönheiten. Wenn ein Hengst "schön" trabte; sprich: wenn er die Vorderbeine besonders hoch zog und anwinkelte und/oder sehr schwungvoll seine Runden zog, wurde er dafür mit viel Applaus von den Zuschauern gelobt. Auffallend dabei waren ihre wunderschönen langen Mähnen, die hoch aufwallend im Takt wippten.

 

 

Die Namen der Hengste waren neu für mich, denn als ich 1995 das erste mal hierher kam, waren sie gerade mal 2-3 Jahre alt: ABE 346 geb.1992 und FETSE 349 geb.1993 oder wurden 1995 geboren so wie JASPER 366 und KAREL 370. Heutzutage hießen die Althengste ULKE 338 geb.1990, TSJERK 328 geb.1990 und OLOF 315 geb.1988. Hier und da las ich im Friesen-Journal von ihnen. Einige Hengste wurden in die USA und andere Staaten/Länder verkauft, ihre Namen tauchten nur noch sehr selten auf.

Trotzdem ließ ich mich nicht beirren und genoss sichtlich den Anblick dieser schwarzen Perlen; oder sollte ich lieber "Majestäten" sagen? Jedenfalls wirkten sie so auf mich. Bei genauerem Hingucken fielen mir ihre eleganten und schlanken; aber auch hochbeinigen Körper auf. Komisch dachte ich so bei mir, irgendwie sind die Hengste da unten ganz schön "dünn". In meiner Erinnerung an früher stellte ich fest, dass die Hengste nicht mehr so klein und gedrungen wirkten mit ihrem etwas korpulenten Körpern, sondern eher wie "Sportpferde" daher kamen. Im Katalog fand ich ganz offiziell gekörte Sporthengste; een allround sportpaard; Grandprix St. Georg Level; Dressur, Springen und Fahren; also doch!

 

TONIS 393  geb.1998 TEEUWIS 389  geb.1998 -  Studbook Sport

 

Ein bisschen traurig machte es mich schon, wenn ich darüber nachdachte, wie sehr mir der Urtyp Friesenpferd früher gefiel und ich ihn heute vermisste, zum Beispiel  GERLOF 294 geb.1984, HEARKE 254 Preferent (1973-1994), OEDS 318 geb.1988 und REITSE 272 (1978-1995) oder auch PEKE 268 (1977-1997). Mit diesen Hengsten lernte ich die Friesenpferde kennen und lieben, dabei war Gerlof 294 mein Traumfriese; er hatte eine besondere Ausstrahlung; wenn er trabte, dann bebte die Erde. Für mich sah es aus, als käme da eine kleine, alte, schwarze Dampflokomotive herangebraust, jedesmal bekam ich eine Gänsehaut.

 

REITSE 272 - im Januar 1995 PEKE 268 - im Januar 1995 GERLOF 294 - Januar 1995 - lebt in Florida
     

HEARKE 254 lernte ich nicht mehr kennen

gestorben 19. September 1994

OEDS 318 - im Januar 1995

 

Als vor ca. 10 Jahren der andere Deutsche Friesenpferde-Zuchtverband (FPZV) mit der Züchtung eben solcher schlanken und sportlichen Pferde begann, wurden sie ausgepfiffen und weggelobt. Einige Züchter/Besitzer/Liebhaber wollten sich nicht mit ihnen einlassen, weil sie aus dem "guten, alten Friesenpferd"; das eine Sjees (zweirädrige Kutsche) zog; ein Spring- und Dressurpferd machten. Hallo? Was haben die holländischen (KFPS) und deutschen (DFZ) Friesenpferdezüchter gemacht? Genau das gleiche, nur mit dem Unterschied, dass das friesische (holländische) Friesenpferd nach wie vor als die Nr.1 im holländischen Friesenstammbuch; dem Stutbook; eingetragen ist! Nur reden möchte niemand darüber in der Öffentlichkeit.

 

 

 

Eine kleine Showeinlage absolvierten die "Alten" FOLKERT 353 geb.1993 und TSJERK 328 geb.1990, in einem gelungenen "Pas de Deux". Was gibt es schöneres zu sehen, als zwei schwarze Friesenpferde im Gleichschritt? Die Beiden konnten es.

 

 

Die "Monsterknechte"; fesche, junge, friesische Männer; trugen weiße Hemden und Hosen, dass war Tradition bei der Friesenhengst-Körung ebenso, wie bei Stutenschauen; wenn die Fohlen des Jahrgangs und ältere den Richtern vorgestellt wurden. Die Fohlen einen Chip unter das Fell bekamen, früher die Zungentätowierung, bei allen anderen Pferden das Brandzeichen. Und weil die Friesenpferde schwarz sind, die Monsterknechte weiße Hosen trugen, sah man deutlich die Aktionen der Vorderbeine. Der Hintergrund dabei war, früher verschmolzen die weißen Hosen und die weiße Hallenbande miteinander, so dass die Richter das Pferdebein besser im Auge hatten. Wenn dann noch beide, Mensch und Pferd im Gleichschritt liefen, war es ein Hochgenuss ihnen dabei zuzuschauen; ein besonderes "Pas de Deux".

 

 

 

Natürlich können Friesenhengste auch galoppieren und das zeigten sie allen. So konnten sich einige Hengste vor lauter Übermut schwer zurück halten und verfielen in ein paar Galoppsprünge, schnell hatten die Monsterknechte sie wieder unter Kontrolle und im Trab. Mal blieb ein Hengst mitten im traben einfach stehen, ein anderes Mal buckelte einer.

 

 

 

Eine alte Tradition war es, die schwarzen Friesenpferde nur mit weißen Trensen und Kutschgeschirr auszustatten. Doch machte es auch hier keinen Halt und die alten Tradition wurden durchbrochen, sie trugen schwarze Trensen und Bauchgurte (für die Fahrleinen). So wurden auch lange Mähnen vorgeschrieben; sie durfte nicht kurz geschnitten werden; hier sah ich kürzere Mähnen. Der Schweif sollte bodenlang sein, die Betonung lag auf "sollte", gerade bei den Sportpferden wurde er entsprechend kurz gehalten.

 

 

 

Mittagspause von 12.00 - 13.30 Uhr. Ich vertrat mir die Füße und streifte durch die Verkaufshallen, danach suchte ich mir auf der Tribüne wieder einen hochgelegenen Platz aus.

 

 

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Prämierung der besten Hengste

Nach der Pause kamen zuerst die letzten 6 jungen Hengste in die Halle, geb.2004 und 2005, die ihren ersten Auftritt vor Publikum hatten und dessen Namen noch ihre "Taufnamen" waren. Sie wurden an der Hand vorgeführt, dass heißt, ein Monsterknecht hing mehr oder weniger im Trab am Pferd, immer an der Bande entlang. Am Ende wurde der beste Junghengst prämiert und bekam eine Schleife in den Landesfarben; rot - weiß - blau; am Kopfstück angesteckt. Zur Prämierung kamen drei Frauen in typisch friesischer Tracht mit in die Bahn, eine oder zwei mit einem großen Blumenstrauß in der Hand, eine andere mit den Schleifen in einem Korb. Es gab drei männliche Richter, die dunkle Anzüge mit Zylinder trugen und eine Richterin im Hosenanzug mit Strohhut.

 

Katalog Nr. 328 - NANNING J. - geb.2004 geboren 2005 Nr. 261 - REDMER ÚT YNDYK - geb.2005

 

Die Hengstenkeuringsjury

                Katalog Nr. 293                    SAKE FAN SNAKKERSTATE - geb.2005    

Nr. 306 - RIENTS W. FAN`E KLOKSLAG  -

  geb.2005 Alle 4 Richter (mit Hut)

 

Ihnen folgten in kleinen Gruppen von je 6 Pferden die Hengste, die zur Körung vorgestellt wurden; geb. 1996 - 2004. Der beste Hengst mit der ersten 1A oder 1B Prämie pro Abteilung, kam in die Endrunde. Schön war es, dass die Startnummer 366 (Kopfnummer) auch gleichzeitig die Namensnummer des Hengstes war: JASPER 366; das erleichterte mir das zuordnen und mitschreiben. So vergingen die Stunden wie im Flug. Über der Reitbahn hing eine ca. 3 x 2 m große Leinwand, auf der man die Hengste in groß sehen konnte. Die Monsterknechte hatten alle Hände voll zu tun und wechselten sich jeweils nach einer Runde traben ab. Eine schweißtreibende Angelegenheit war es, auf dem sandigen Untergrund schnell zu laufen und so mancher junger Mann hatte seine liebe Mühe, mit den Hengsten mitzukommen. Dafür sahen die feschen, jungen Männer ganz gut aus. Dieses Jahr übertrug man die Körung das erste Mal live im Internet.

 

 

Gegen 15:45 Uhr zeigte eine Reit- und Tanzgruppe ihr Können. In der Reitbahn hatte man 5 Holzfußböden ausgelegt; auf dem mittleren platzierte sich ein Quartet, schwarz-rot gekleidet, mit Musikinstrumenten; auf den 4 anderen jeweils ein Tanzpaar, ebenfalls in schwarz-rot. Zu den Tangoklängen gesellten sich 4 schwarze Stammbuchhengste dazu: MONTE 378, IELKE 382, RIK 396 und RINDERT 406; mit schwarz-rot gekleideten Reiterinnen. Ich schmolz auf meinen Sitz dahin und musste mich beim fotografieren voll konzentrieren, um nicht in der Musik und den wunderschönen Reit- und Tanzdarbietungen unterzutauchen und alles um mich herum zu vergessen.

 

 

Leider war alles viel zu schnell zu Ende und es ging weiter im Programm, denn noch waren nicht alle Hengste begutachtet, ausgewählt und prämiert für die anstehende Körung.

Was sich da unten in der Halle abspielte, war wirklich schön anzusehen. Rabenschwarze Hengste mit langen, wallenden Mähnen; großen "Federpuscheln", dem Kötenbehang an den Beinen; und Schweife, die bis auf den Boden reichten, preschten durch die große Friesenhalle. Angefeuert vom Publikum, warfen sich Mensch und Pferd in die Bresche und gaben alles. Die Hengste zogen die Füße hoch und legten ein Tempo hin, atemberaubend schnell das Ganze und wunderschön. Ich war begeistert.

 

 

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Champion der Friesenhengst-Körung 2008
Um 17 Uhr standen 14 Hengste vor den Richtern, die ihrerseits nun die Qual der Wahl für den Champion vor sich hatten. Unermüdlich zogen die Monsterknechte mit den Hengsten im Schritt ihre Runden, bevor einige Pferde nach und nach die Arena verließen. Hier und da pfiffen die Zuschauer, wenn ein Hengst, der in ihrer Gunst gestanden hatte, ging.

Es wurde 17:30 Uhr und die Spannung in der Halle stieg bis zum Siedepunkt an. Im Championsring blieben die besten 7 von 43 Hengsten, mit jeweils einer 1A oder 1B Prämie.

 

   ONNE 376 geb.1996

   BEART 411 geb.2000

   ANDRIES 415 geb.2000

   DOAITSEN 420 geb.2001

   HARMEN 424 geb.2002

   HAITSE 425 geb.2002

   JERKE 434 geb.2003

 

 

 

Es blieb spannend und die Minuten in denen Pferd und Mensch im Schritt ihre Runden zogen, kamen mir wie Stunden vor. Endlich war es soweit, die Hengste nahmen Aufstellung mit Kopf zur VIP-Tribüne. Der Stadionsprecher gab den Namen des Champion 2008 in Niederländischer und Englischer Sprache bekannt.

Kampion de Hengstenkeuring 2008

H A I T S E 425

Vater: JASPER 366 x RYPKE 321 (Muttervater (MV))

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Halle bebte, die Menge jubelte und applaudierte "Ihrem" Champion zu. Haitse 425 bekam die friesische Schärpe in den Landesfarben; rot - weiß - blau; um den Hals gelegt und der Monsterknecht neben ihm weinte ein paar Tränchen vor Glück. Das VIP-Publikum in der Arena, gratulierte unermüdlich nach allen Seiten, 1000 Hände wurden geschüttelt, es schien kein Ende zu nehmen. Mittendrin die drei Frauen in ihren originalen friesischen Kostümen. Dazu gesellten sich die Fotografen und machten ihre Bilder. Schade nur, dass wir auf der gegenüber liegenden Seite, den Siegerhengst nur von hinten zu sehen bekamen. Nach schier endlosen Minuten erklang die friesische Hymne und alle Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzplätzen, um ihr den gebührenden Respekt zu erweisen. Ich mit meinen 1.63 m Körpergröße, konnte nicht über die Zuschauer hinwegsehen, also versuchte ich, meine Fotos zwischen ihnen zu machen, mit mäßigem Erfolg, wie man sieht.

Anschließend wurde Haitse 425 im Trab durch die Halle geführt und alle konnten ihn von vorne sehen. Minutenlang gab es stehende Ovationen, so sehr wurde er gefeiert. Damit stimmte das Publikum der Entscheidung der Jury zu.

Reservechampion wurde BEART 411, auch er trabte noch mal durch die große Friesenhalle.

 

Reservechampion BEART 411 geboren 2000

 

 

Mit Blick zurück auf die Körung 2007 tauchten hier einige der Hengste auf, die es noch mal versuchen wollten: ONNE 376 wurde Siegerhengst - Champion 2007, HARMEN 424 erreichte sein Ziel als Reservechampion, JERKE 434, DOAITSEN 420 und BEART 411 liefen auch mit.

So ging ein schöner Tag in der Friesenhalle von Leeuwarden zu Ende, inzwischen war es 18:00 Uhr geworden und ich machte mich auf den Heimweg.

 

Tschüß Haitse 425 - Tschüß Leeuwarden - Tschüß Friesland - ich komme wieder, keine Frage

 

 

 

© Text und Entwurf - Gitta Gesing - März 2008

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Wenn Sie Spaß am lesen hatten, dann freuen Sie sich auf die nächste News Geschichte über die Friesenhengst- Körung des FPZV in Dillenburg, im Mai 2008. In  "News & Archiv"  finden Sie alle Geschichten schnell wieder.

 

Friesenpferde, Friesen-Stammbuch-Hengste und Typisch Friesland (analog) finden Sie hier auf meiner Homepage unter "Pferde".

Bilder (1995-1997 analog) von Friesen-Stammbuch-Stuten und Fohlen sind in meinem Sortiment, unveröffentlicht.

In "Show & Event" gibt es die Friesenhengst-Körungen ab 2008 des KFPS in Leeuwarden und des FPZV in Dillenburg, digital.

 

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Copyright © by Gitta Gesing 2007