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Kleine Geschichten - 14 |
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Jubiläum 20 Jahre - von 1990 bis 2010 Teil 1 1990 - 1999 Meine Geschichte mit den Wilden Pferden |
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Erinnerungen Bevor ich meine Geschichte erzähle, möchte ich noch gerne auf zwei schöne Erlebnisse aufmerksam machen. Im Jahre 1976 bekam ich ein Foto geschenkt, worauf eine Wildpferdestute mit ihrem Fohlen inmitten der Herde zu sehen ist. Damals, vor 34 Jahren wusste ich noch nichts über diese Pferde, ich träumte von ihnen, glaubte aber nicht daran, sie je zu sehen. |
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11 Jahre später,
1987, brachte die Deutsche Bundespost diese Sonderbriefmarke heraus. Sie zeigt eine Herde der Dülmener Wildpferde - rechts unten - Ersttagsblatt mit der Sonderbriefmarke vom 05.05.1987
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Vor genau 20 Jahren; am letzten Samstag im Mai; besuchte ich das allererste Mal den berühmten Wildpferdefang. Damals wohnten mein Sohn und ich in Dülmen und wir waren Mitglieder beim Tierschutzverein Dülmen. Der Verein hatte auf der Veranstaltung eine wichtige Position übernommen und der Herzog von Croy lud ihn extra dafür ein. Es durften keine Hunde mit auf die Tribüne genommen werden. Der Verein betreute in der Zeit des Programms, die von den Besuchern mitgebrachten Hunde, versorgte sie mit Wasser, Leckerlies und Schmuseeinheiten. Unser Wunsch mitzufahren wurde erfüllt, plötzlich befanden wir uns mitten drin in dem Gewühl. War das aufregend, so etwas kannte ich bis dahin noch nicht. |
1990 - 2010 Mein Jubiläum 20 Jahre Teil 1 - die 90er Jahre Auftakt 1990
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Bis zu
20.000 Besucher kamen und wollten das Spektakel aus nächster Nähe live
sehen. Die Tribüne bot nur einige Tausend Sitz- und Stehplätze an, alle
anderen Besucher tummelten sich auf dem weitläufigen Gelände. Neben der Arena hatte der Tierschutzverein Dülmen hatte ein riesengroßes weißes Plakat zwischen zwei Bäume gehängt. Darauf stand in schwarzen Druckbuchstaben - Tierschutzverein Dülmen e.V. - Hundestation. Darüber hing noch ein Plakat mit der Aufschrift – Herzlich Willkommen zum Wildpferdefang. |
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Den
ganzen Vormittag über kamen die Menschenmassen, dazwischen fuhren die
Autos der Vorprogramm-Akteure mit ihren Pferde-Anhängern. Viele Besucher
gaben gegen Mittag ihre Hunde bei uns ab, so kamen ungefähr an die 200
zusammen, aller Rassen, Farben und Alters. Jeder Hund bekam seinen eigenen Baum, mit genügend Abstand zum Nachbarn. So wurden zu enge Kontakte vermieden, schließlich sollten sie keine Kämpfe veranstalten. Die Hundestation war wichtig, damit keine Hunde bei dem Herzoglichen-Sonnenschein-Wetter über viele Stunden im Auto blieben und vielleicht Schaden nahmen. |
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| Wir hatten alle Hände voll zu tun, Wassernäpfe füllen, mit den Hunden die es zuließen zu spielen, mit den Hundekindern sowieso, die konnten noch nicht zu lange still sitzen. Dazwischen wurden Leckerlies gereicht, der eine mochte sie, der andere nicht. Einige Besitzer hatten extra Futter von zu Hause mitgebracht. So verging die Zeit wie im Flug. | ||
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Wilde Pferde Zwischendurch wechselten wir uns ab und wer wollte, konnte zur Arena rüber laufen und sich am Eingang das Programm und die Pferde anschauen. Seit gut 3 Stunden lief das Vorprogramm, Kutschen und Reiter mit verschiedenen Pferderassen präsentierten ihre Darbietungen. Das Publikum zeigte großes Interesse und honorierte es mit vielen lauten Rufen und kräftigen Applaus. Kurz vor 15 Uhr, machte ich bei den Hunden eine Pause und lief rüber. Dabei hatte ich das unvergleichliche Glück, den Einlauf der ca. 300 Tiere starken Wildpferde-Herde mitzuerleben. Einige Zuschauer riefen laut – „Da kommen sie, die Herde kommt, hurra, sie kommen!“ Tausend kleine Hufe donnerten herbei, die Erde bebte unter meinen Füßen. Es hörte und fühlte sich an, als ob eine große, schwere Dampflokomotive angerauscht käme. Dann waren die Pferde direkt vor mir, zum greifen nahe. Ich konnte die Muskeln unter dem Fell arbeiten sehen, sie waren stahlhart und wölbten sich von der Anstrengung hervor. Lautes Gewieher klang von allen Seiten.
Viel zu schnell war diese lebende Walze aus Pferdekörpern an mir vorbei. Zuerst brauchte ich ein paar Sekunden um zu begreifen, was ich da gerade erlebt hatte. Es war fantastisch, noch immer klang das Hufgetrappel und Gewieher in meinen Ohren. Wauh, das war ein tolles Gefühl. Schnell lief ich zum Eingang, doch die Helfer hatten hinter den letzten Pferden das Tor geschlossen. Vor dem Tor standen so viele Menschen, dass ich nicht über sie hinweg gucken konnte. Schade. Also bekam ich vom eigentlichen einfangen der einjährigen Hengste nichts zu sehen, enttäuscht drehte mich um und ging langsam zur Hundestation zurück. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass ich zwar meinen Fotoapparat dabei hatte, ihn aber nicht benutzte als die Wildpferde kamen. Ehrlich gesagt hatte ich gar keine Zeit dafür. Wie sollte ich mich gleichzeitig auf die galoppierenden Pferde und meinen Fotoapparat konzentrieren? Genau das lernte ich später noch. Das einfangen der einjährigen Hengste dauerte ungefähr 2 Stunden, im Anschluss daran wurde die Herde ohne die Junghengste wieder in die Freiheit entlassen. So laut und schnell wie sie kamen, galoppierten sie auch wieder weg. Ruhe lag in der Luft, bis eben noch hörte man laute Rufe, Schreie, Applaus, Hufgetrappel und Gewieher, jetzt war alles still. Langsam tat sich etwas, eine lange Besucherschlange schlängelte sich von der Arena zu den einige 100 Meter weit entfernten Parkplätzen. 20.000 Besuchen traten den Heimweg an. |
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Stuten und Fohlen |
Versteigerung im Stutenstall |
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Alle Besucher die zur Versteigerung bleiben wollten, bildeten einen großen Kreis um den Stutenstall herum. Per Los sollten jetzt die ersten 5 jungen Hengste unter die Leute kommen, die sich am Fangtag Lose kauften, die anderen 30 versteigert werden. Dazu führte man alle Pferde einzeln zwischen den Zuschauern zum Stutenstall hinüber. Sobald alle Pferde da waren, ging die Versteigerung mit einem Auktionator los. Jeder gefangene einjährige Hengst kam für einige Hundert Deutsche Mark unter den Hammer. Gestartet wurde mit 250,- DM (entspricht heute etwa 125 €). Dank der Lautsprecher klang die Versteigerung bis zur Hundestation herüber, sodass wir gut alles hören konnten. Wiederholt sagte der Auktionator – Zum ersten, Zum zweiten und – kurze Pause – Zum dritten! Verkauft an die nette Dame, an den jungen Herrn! So ging es etwa 1 Stunde lang, dann hatten alle Hengste einen neuen Besitzer. Einige wurden sofort mitgenommen, andere warteten noch 1-2 Tage im Stall. Sehnsüchtig wurden Frauchen und Herrchen von ihren 4 beinigen Lieblingen erwartet, die Begrüßung fiel dann entsprechend stürmisch aus. Für die Betreuung brauchten die Hundebesitzer nichts bezahlen. Allerdings freute sich der Tierschutzverein Dülmen um so mehr über eine kleine Spende, die man gerne bereitwillig gab. So waren alle glücklich und zufrieden. Langsam packten wir unsere sieben Sachen zusammen, inzwischen war es 19 Uhr geworden. Über 10 Stunden waren wir im Merfelder Bruch, müde aber überglücklich fuhren wir nach Hause. Im nächsten Jahr, am letzten Samstag im Mai, wollten wir wieder kommen. Gesagt, getan. |
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In einer Zeitschrift
hatte die "Radio Jungendgruppe" diesen Artikel vom Wildpferdefang
veröffentlicht. Einige Mitglieder des Tierschutzvereins Dülmen wollten
mit auf das Foto.
oben 2. von links, das bin ich Tschüß ihr wilden Pferde 1990 – Hallo Wildpferdefang 1991. |
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Hallo Wilde Pferde 1991 In Dülmen stand zur Begrüßung und Erinnerung an der viel befahrenden Straße B 58 ein großes Schild mit der Aufschrift Wildpferdefang 25. Mai 1991. Nach einem mir endlos lang erschienen Jahr, stand der nächste Wildpferdefang vor der Tür. Wieder fuhren wir mit dem Tierschutzverein Dülmen dahin, wieder erwarteten uns die gleichen Aufgaben wie im letzten Jahr, die Hundebetreuung. |
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Einige
Vereinsmitglieder hatten ihre eigenen Hunde mitgebracht. Wie man sieht,
da stand unsere Verpflegung für den Tag. Damit man die Hundestation besser sah, wurde das mitgebrachte Flatterband um einige Bäume herum gespannt. Auf roten Pappschildern stand der Name des Besitzers und er Hundename. Das Schild befestigten wir an dem jeweiligen Baum. |
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![]() Programm-Karte |
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| Dieses Jahr hatte ich mir viel vorgenommen. In Absprache mit den Vereinsmitgliedern, dass es länger dauern könnte, ging ich gegen Mittag rüber zum Eingang der Arena. Ein Foto hier, ein Foto da, dann zog es mich zu den Wildpferden. |
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Für das Winterheu |
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Um dahin zu gelangen kam ich an der Wiese mit den Akteuren vorbei, die neben der Arena lag. Dort tat sich mir eine neue Welt auf, ich war mittendrin in den Vorbereitungen der Reiter und Fahrer mit ihren Pferden. Heute sagt man „Backstage“ dazu. In dem Jahr hatte der Herzog von Croy einen Reiter eingeladen, der seinen Palomino-Hengst „Blizzard“ mitbrachte. Auf ihm sitzend hantierte er mit einem Lasso herum, das sah einfach toll aus. „Blizzard“ machte sogar Kompliment, dabei knickte er mit einem Vorderbein ein, streckte das andere nach vorne und senkte den Kopf. |
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Hinter mir hörte ich Hufgetrappel und knarrende Geräusche, sie gehörten einem Planwagen, der von zwei Warmblutpferden gezogen wurde. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber an der Hundestation warteten sie auf meine Rückkehr, denn andere wollten sich auch mal umschauen. |
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Ich kam an einem Schild vorbei, dass auf dem ersten Blick eine merkwürdige Aufschrift hatte – „Fußgängerübergang“. Was hatte das zu bedeuten? Nicht scheu, fragte ich einige Besucher und bekam die Antwort darauf. Das Schild stand vor dem Einlauf der Arena und sollte heißen, dass die Fußgänger, sprich Besucher den Einlauf überqueren durften um zu den Wildpferden zu gelangen, die im hinteren Teil des Geländes standen. Von da kam ich gerade, also benutzte ich diesen Fußgängerübergang. |
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![]() Das war der Fussgängerübergang |
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| In dem Jahr bekam ich zum ersten Mal eine Programmkarte und den aktuellen Flyer in die Hand. Endlich konnte ich mir ein Bild vom einfangen der Junghengste machen. Allerdings trugen die Fänger auf den Bildern noch weiße Hemden und dunkle Hosen an, obwohl ich sie in blau-gestreiften Hemden mit roten Halstüchern in natura sah. Ab 1999 gab es neue Flyer, dazu später mehr. |
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| Flyer in französischer Sprache | Flyer in englischer Sprache | Flyer in niederländischer Sprache |
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Geschichte der Dülmener Wildpferde Das einsame Merfelder Bruch, ein weites Wald-, Moor- und Heidegelände, liegt etwa 12 km westlich der Stadt Dülmen (NRW). In einer Urkunde des Jahres 1316 werden die Wildpferde erwähnt, an denen die Herren von Merfeld ein Recht hatten. Auf dem europäischen Kontinent sind die etwa 350 Tiere heute das einzige verbliebene Wildgestüt. Über das ca.400 ha (= 4 qkm) große Reservat, nach der Teilung vor gut 150 Jahren, wurde der Herzog von Croy der neue Eigentümer des Hauses Merfeld. Die Pferde folgen ihren Instinkten, kommen mit der Witterung und dem Nahrungsangebot gut zurecht. So entwickeln sich anspruchslose, harte und gesunde Pferde. Die Fellfarben sind Graufalbe, Gelbfalbe, Braunfalbe, Dunkelbraunfalben die fast schwarz sind. Schimmel und weiße Abzeichen sind unerwünscht, sie ziehen in der freien Natur Raubtiere an. Das Stockmaß liegt bei 1,25m - 1,35m. Typische Merkmale sind der Aalstrich, der sich von dem Widerrist über den ganzen Rücken bis zur Schweifrübe zieht, die Zebrastreifen an den Beinen, die schwarzumrandeten Ohrmuscheln und kleine edle Köpfe. Jedes Jahr, am letzten Samstag im Mai, werden die 1jährigen Hengste aus der Herde heraus gefangen. Das ist nötig, weil es sonst zu Rangkämpfen käme. Ein oder auch zwei Zuchthengste pro Jahr werden in die Herde gesetzt. Dabei werden Hengste genommen, die in der Wildpferdebahn geboren sind oder seit 1993 vermehrt von der Rasse Konik; Graufalben; (Polen). |
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Wie schon im letzten Jahr, wollte ich den Einlauf der Herde sehen, mit dabei meine kleine Kamera. Dieses Mal hielt ich sie vor meine Augen, als die Besucher riefen, dass die Herde kommt. Tatsächlich machte ich ein paar Fotos von den schnell vorbei fliegenden, galoppierenden Pferden. Schon waren sie weg, übrig blieben mir ein paar Fotos, ja wirklich. Doch die paar, die ich geschossen hatte, waren etwas unscharf, kam wohl daher, dass ich die Kamera nicht mitzog. Na egal, wenigstens hatte ich schon mal aktuelle Bilder. |
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Später dann, als die Versteigerung in vollem Gange war, ging ich zum Stutenstall und konnte auch hier noch eine Weile zuschauen und Fotos machen. |
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Versteigerung im Stutenstall |
Einer nach dem anderen von 43 Jährlings Hengsten wurde zum Stutenstall geführt |
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So ging auch dieser Wildpferdefang 1991 zu Ende, leider. Jetzt hieß es wieder ein ganzes Jahr warten. Was mich dann erwarten würde, davon wusste ich bis dato noch nichts. Vielleicht war es auch gut so, denn sonst hätte ich bestimmt nicht mehr ruhig schlafen können.
links - So sah der Hengststall aus ganz links - Da lief ich herum |
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Der Bildhauer Prof.
W. Binding aus Aachen bekam den Auftrag, eine Bronzeskulptur mit
Dülmener Wildpferde zu entwerfen. Nun stehen die 3 Grazien vor der San
Remo Eisdiele in Dülmen. In dem Heftchen stehen Infos zu der Verwaltung, Kirchen, Sport und Freizeit uvm.
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Wildpferdefangtag 30. Mai 1992 In diesem Jahr, wie auch in den beiden vorhergegangenen Jahren, fuhren wir wieder mit dem Tierschutzverein Dülmen zum Wildpferdefang. Wieder ging ich zu der Wildpferdeherde hinüber, hier wollte ich gar nicht mehr weg. Die Pferde grasten friedlich und ließen sich durch die Besucher nicht stören. Mit im Gepäck hatte ich meine neue große Kamera und hoffte auf bessere Bilder. Die sollte ich in diesem Jahr bekommen, dafür hatte ich zu Hause schon fleißig geübt und alles fotografiert, was mir vor die Linse kam, nichts war vor mir sicher. Zwischen den Zuschauern kreuzten Kutschen ihre Wege, mit dabei war ein 4spänner. Kurz lief ich zu ihnen und fragte nach, zu welcher Gruppe sie gehörten. Sie kämen von der IG Dülmener Wildpferde e.V. |
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| Unter die Kutschen mischten sich auch Reiter der IG. Eine Reiterin trug eine amerikanische Flagge, auf einem anderen Wildpferd saß ein Kind, das von seiner Mutter geführt wurde. Ich war begeistert. Bis dahin hatte ich mir keinen Gedanken darüber gemacht, was aus den Jährlingshengsten wurde. Vor allem wie schön die Hengste und Wallache aussahen, ich kannte ja nur die freilaufende Stutenherde mit ihren Fohlen. |
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Neugierig wie ich war, sprach ich einige Mitglieder der Haflingerfreunde RFV Buldern e.V. an. Sie ritten und fuhren eine gemischte Quadrille. Aus diesem ersten Kontakt mit der IG und den Haflingerfreunden entwickelte sich in den folgenden Jahren mehr. Neben den Wildpferden und Haflingern tummelten auch einige Shettys herum. Später hörte ich, dass jedes Jahr ein Ponyrennen in der Arena stattfand. Auf einem schwarzen Pferdeanhänger sah ich den weißen Abdruck eines töltenden Islandpferdes, also mussten auch Isländer da sein. Mit so vielen verschiedenen Pferderassen hatte ich nicht gerechnet. Hier Haflinger, da Wildpferde, dort Shettys und Isländer. Hier war ganz schön viel los. |
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Als es Zeit wurde, zurück zur Hundestation zu
gehen, warf ich kurz einen Blick in die Arena. Dort fuhr gerade ein
2spänner Wildpferde vorbei und Schwupps – hatte ich ein Bild gemacht.
Mit der neuen Kamera war das ab sofort kein Problem mehr, sie war
schnell und hatte einen großen Zoombereich; 300mm. Vergleichbar mit
einem Reiter auf einem Pferd in 10m Entfernung, ormatfüllend im Bild
(bis zum Rand).
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Wieder ging ein schöner Tag in der Wildpferdebahn im Merfelder Bruch bei Dülmen zu Ende. Nun musste ich wieder ein ganzes Jahr auf diese Veranstaltung warten. Was mich im nächsten Jahr erwartete, stand bis dahin in den Sternen geschrieben. Na, dann schauen wir mal. |
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29. Mai 1993 - Wildpferdefang Ein Jahr zuvor lernte ich beim Wildpferdefang die Haflingerfreunde des RFV Buldern e.V. kennen, mit dabei eine Familie in Dülmen, die Haflinger züchteten. Das waren die hübschen goldfarbenen Ponys mit dem blonden Behang. Schon im letzten Jahr fotografierte ich die Familie auf Haflinger Turnieren und bei einer Stutenschau. Sie wollten in diesem Jahr wieder mit einer Kutschquadrille und einigen Reitern beim Wildpferdefang auftreten. Spontan wurde ich von der Gruppe eingeladen, mit ihnen mitzufahren. Das bedeutete, dass ich nicht als Zuschauer Eintritt bekam, sondern als Akteur. Wenn ich auch kein Pferd hatte, so war ich in dem Sinne der fotografische Akteur und Helfer. Endlich war es soweit, es kam der Tag an dem der traditionelle Dülmener Wildpferdefang stattfinden sollte. Schon früh am Morgen ging es los, etwa 12 km trennten mich von der Haflinger Truppe. Als Treffpunkt war ein großer Bauernhof ausgemacht, nachdem alles in Autos und Pferdehänger verladen war, ging es los. Im Konvoi fuhren wir zur 20 km weit entfernten Wildpferdebahn. Alles war sehr aufregend, ich erinnerte mich an die 80er Jahre zurück, in der ich als aktives Mitglied eines Reitvereins mit zu Turnieren fuhr. |
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Ohne Probleme wurden wir am Haupteingang rein gelassen, im Schritttempo ging es weiter. Neben der Arena reihten sich die Autos mit ihren Pferdeanhängern einer nach dem anderen ein. Nach und nach luden alle ihre sieben Sachen aus, hier und da putzte noch mal einer über seine Kutsche, Stiefel, Sattel, Trense usw. Die Pferde standen in eigens errichteten 5x5 Meter großen Einzäunungen und ließen sich beim frischen Gras fressen von niemanden stören. Besucher liefen überall herum, schauten, fragten, redeten und freuten sich. Irgendwann spannte der erste seine Pferde ein, die anderen folgten ihm. Schon saß ich mit auf einer Kutsche, es rumpelte gewaltig auf der Wiese, schließlich war der Untergrund nicht so glatt wie auf der Straße. Nach einer Runde sprang ich ab und machte schöne Bilder von den Fahrern. Die Reitergruppe gesellte sich dazu. |
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Die IG traf ich auch wieder. Die Gruppe bestand wie im Vorjahr aus Reitern und Fahrern, sie gaben ein schönes Schaubild ab. Sie hatten vom letzten Jahr einige meiner Fotos in ihrer Vereinszeitschrift „Dülmener Post“ veröffentlicht. Darüber freute ich mich sehr. |
![]() Arbeiten mit Tricklinsen am Objektiv |
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Hermann Lichte hatte seinen Friesenhengst mitgebracht und zeigte sich als Mexikanischer Reiter. Auf der Wiese neben der Arena, sollte sich der Friese hinlegen und ihn aufsteigen lassen, das klappte prima. Neben diesen Akteuren war auch die bekannte Voltigiergruppe des RV Rhede e.V. angereist. Die Kinder schienen ganz schön aufgeregt zu sein, schließlich voltigierten sie selten unter freiem Himmel. Hier und da ritten noch einige Reiter ihre Pferde ab, um dann in der Arena dem tausendfachen Publikum, ihr ganzes Können zu zeigen. |
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| Ruckzuck wurde es Mittag, das Schauprogramm begann. Als die Haflingergruppe an die Reihe kam, durfte ich mit zum Eingang der Arena gehen. Das war toll, von hier aus hatte ich den besten Rundumblick auf das Allerheiligste. In der Mitte fuhren und ritten die Haflingerleute auf einer Grasfläche ihre gemischte Quadrille, rundherum saßen in Hufeisenform die Zuschauer. Mit meiner guten Kamera konnte ich alles ganz nah heran zoomen (300mm). Nach ca. 20 Minuten war die Vorführung zu Ende, zuerst verließen die Reiter im Trab und dann die Kutschpferde im vollen Galopp die Arena. Die Zuschauer applaudierten noch fleißig, auch als sie die Gruppe nicht mehr sahen. |
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![]() oben - 2005 erschien es in einer Zeitung links - 1993 erschien der Flyer für einen Bildband des Fotografen Peter Thomann, der vor 30 Jahren das berühmte Foto in der Wildbahn machte. |
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Langsam packte die Haflingertruppe ihre Sachen zusammen und wir fuhren nach Hause. Ich hatte Lust bekommen, wenn es ging, öfters mit zu fahren, um so einen Tag gerne wieder zu erleben. Mal sehen, was im nächsten Jahr so alles auf mich zukommen würde. That´s life. Die Dülmener Zeitung schrieb - 50 Jährlinge büßten 1993 ihre Freiheit ein |
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Die Zeitschrift „Reiter und Pferde in Westfalen“ hatte im Januar 1994 eines meiner Fotos mit den Haffis vom letzten Jahr beim Wildpferdefang veröffentlicht. Die Haflingerfreunde RFV Buldern e.V. waren dieses Jahr nicht mit am Start, also fuhr ich alleine hin. |
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28. Mai 1994 - Wieder Wildpferdefangtag In dem Jahr traten Mitglieder der IG alle als rote und grüne Husaren auf. Ein Wildpferd zog eine Decke, auf der drei Zwerge Platz nahmen. Anschließend konnte man einige meiner Bilder vom Fangtag in der "Dülmener Post" sehen. |
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Ehe ich mich versah wurde es 15 Uhr und die Wildpferdeherde näherte sich unter lautem Getöse der Arena. Schon waren sie alle an mir vorbei galoppiert, ich sah nur noch eine Staubwolke. Oberförster Karl-Heinz Düssel kam mit der Fängergruppe in die Arena und stellte sie dem Herzog von Croy vor. Leider sollte es für Herrn Düssel der letzte Wildpferdefang gewesen sein, denn ein Jahr später, ca. 6 Wochen vor der Veranstaltung, starb er. Er war eine lebende Legende, kannte jedes Pferd, wusste mit ihnen umzugehen. Die Pferde folgten ihm gerne, wenn er sie zu einer anderen Wiese führte. So einen Menschen zu verlieren, das tat weh. Er gehörte seit 50 Jahren zum lebenden Inventar dazu. |
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Endlich kam ich mal dazu, den legendären Wildpferdefang hautnah mitzuerleben. In dem Jahr hatte ich das Glück, in der Arena am Zaun entlang auf allen vieren robbend, tolle Fotos machen zu können. So nah war ich noch nie dran. Die große Herde bestand aus etwa. 300 Stuten mit ca. 50 Fohlen des Jahrgangs. Hier konnte man das typische Herdenverhalten sehen. Die Mutterstute führte meist das neue Fohlen und die Fohlen aus den letzten 2 Jahren bei Fuß. Somit bildeten sie eine kleine Herde in der großen Herde. |
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Ganz leicht konnte man die Jährlingshengste und -stuten ausmachen, das waren die kleinen Pferde mit dem langen, zotteligen Fohlenfell. Schon begannen die Fänger damit, eine kleine Herde aus der großen heraus zu lösen und sie vor sich her in die rechte oder linke Ecke neben den Stutenstall zu treiben. Dicht gedrängt standen die Männer zusammen, damit kein Pferd weglaufen konnte. |
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| Hier schauten sich mutige Fänger die Jährlinge genauer an, sprich, sie schauten unter den Bauch, ob es ein Männlein oder Weiblein war. War ein Hengst gefunden, dann umarmte ihn der Mann und rannte mit dem Pferd in die Arena. Dort versuchte er, ihn auf den Boden zu legen, schnell kamen noch ein paar Helfer dazu, die mit anpackten, damit der Hengst nicht weglaufen konnte. |
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| Ein Mann hatte Stricke in der Hand, einen davon zog er dem Jüngling über den Kopf und knotete ihn zu einem Halfter zusammen. Jetzt war der Hengst eingefangen, stand auf und der Fänger führte ihn am langen Seil in die Richtung zum brennen. Weil man so junge Tiere nicht einfach am Zügel führen konnte, trieb man sie vor sich her. Manchmal wollten die Hengste nicht mitspielen, dann gab es auch mal für die Zuschauer etwas zu lachen. Widersetzliche Jährlingshengste die gezogen und geschoben wurden. Mal lief ein Junghengst freiwillig dahin, wo der Fänger ihn haben wollte. Mal „küsste“ ein Fänger die Erde, weil der Hengst für den Mensch zu schnell unterwegs war. Mal war ein Hengst dabei, der überall mit hin ging. Den Zuschauern gefiel es. Blaue Flecken bei den Fängern waren natürlich auch mit dabei. | ||
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![]() Hengst Nr. 1 musste in den Hengststall geschoben werden |
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| War in der Ecke kein Jährling mehr dabei, wurden die Stuten mit Fohlen in den Stutenstall rein gelassen. Hier fingen sie sofort an das frische Gras zu fressen und kamen nach der Aufregung zur Ruhe. Manchmal passierte es, dass Mutter und Kind getrennt wurden, dann ging die Suche los. Hier wieherte das Fohlen, dort die Stute. Schnell wurden beide wieder zusammen geführt. Das alles begeisterte die Zuschauer, die ihrerseits fröhliche Laute von sich gaben und kräftig applaudierten. Jede Minute genoss ich es in vollen Züge, so bezaubernd schön. | ||
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Nach etwa 2 Stunden waren alle Junghengste eingefangen und mit dem Herzoglichen Brand auf der linken Hinterhand versehen. Zwei gegeneinander gestellte und verschlungene C (=Croy) unter einer stilisierten Herzogskrone. Das Brandzeichen ist patent-amtlich geschützt. Die Junghengste warteten im Hengststall. Gegenüber wurde das große Tor des Stutenstalls geöffnet, die Stutenherde verließ im Galopp die Arena und kam dabei am Hengststall vorbei. Darin herrschte volle Aufregung, denn die Junghengste konnten nicht mit den anderen zusammen weg laufen, sie wieherten ihren Familien hinterher. Das war ein Abschied für immer. |
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| Nachdem die Stutenherde ihre
Freiheit wieder hatte, wurden die Hengste einzeln vom Hengststall zum
Stutenstall hinüber geführt. Dort fand, wie schon alle Jahre vorher, die
Versteigerung statt. Nach der Versteigerung mussten die neuen Besitzer
ihre Pferde bezahlen, erst dann durften sie verladen werden. Eine Weile schaute ich mir das noch an, dann fuhr ich glücklich und begeistert von dem gerade erlebten nach Hause. Im nächsten Jahr wollte ich unbedingt wieder kommen. |
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Im gleichen Jahr, am
28.
August 1994, fand in Egelsbach (nahe Frankfurt am Main) eine Stutenschau der
IG statt. Die Mitglieder luden mich ein, also fuhr
ich hin. Den Richtern wurden Stuten mit Fohlen und Zuchthengste
vorgestellt. Im Schaubild ritten einige Mitglieder eine
Dressur-Quadrille.
Bei der großen Tombola war der 1. Preis ein graufalbes Hengstfohlen. Selbstverständlich gab es auch Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Rundum war es eine gelungene Veranstaltung. In der September Ausgabe der „Dülmener Post“ veröffentlichte die IG einige meiner Fotos. |
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| Im Dezember 1994 zierte eines meiner Fotos von Egelsbach noch mal die Titelseite. |
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Egeslbacher Impressionen
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Neues Jahr 1995 - Neues Glück Ein Jahr voller Überraschungen. Ich machte das beste Bild meines Lebens. In diesem Jahr; 2010; feierte es 15jähriges Jubiläum, doch dazu später mehr. |
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Im März 1995 hatte
die IG auf der Titelseite eines meiner Fotos veröffentlicht, das ich
im Jahr zuvor im August in Egelsbach machte.
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27. Mai 1995 Wie schon im letzten Jahr kaufte ich mir eine Besucherkarte für 5 DM und freute mich auf den Tag bei den Dülmener Wildpferden. Wieder zog es mich zuerst zur Herde, die ruhig grasend da stand, wo sie immer war. Die Besucher erfreuten sich an dem schönen Anblick, hier und da fachsimpelten sie über die Pferde.
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Es ging auf Mittag zu, die Tore an den Treppen zur Arena öffneten sich. Sie ließen die langen Menschenschlangen hinein, die sich davor gebildet hatten. Auch ich suchte mir ein kleines Plätzchen, von wo aus ich einen guten Blick auf das Areal hatte. Auf geht´s. Traditionell begann das Programm um 13:40 Uhr mit der Blasmusik der Stadtkapelle Dülmen. Die Männer waren in blau gekleidet und liefen mit den berühmten Holzschuhen. Nach den Begrüßungsworten durch Herrn Direktor Kirchbeck, begann das Showprogramm mit einer Husaren-Springquadrille. Dem schlossen sich alle anderen Akteure an. Am Start zum legendären Ponyrennen waren Kinder auf ihren Lieblingspferden, ob Shetty, Haflinger oder Wildpferd. Sie alle hatten ihren Spaß. Geritten wurden zwei Runden, dem Gewinner winkten 150 DM, das war Anreiz genug, sich anzustrengen. |
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| Als Höhenpunkte im Showprogramm zeigte Alfred Schauberger sein Können mit einem Palomino. Vom Boden aus dirigierte er das Pferd, das willig den spanischen Schritt oder das Kompliment zeigte. Seine Partnerin saß auf einem zweirädrigen Gefährt, das von einem braun/weiß gescheckten Pferd gezogen wurde. Es war keine normale Kutsche, denn das Pferd konnte sich um 360 Grad unter dem Gestänge drehen. Kompliment ging genauso einfach wie steigen, diese Kutsche ließ keine Wünsche offen. Eine weitere Akteurin zeigte das Vertrauen ihres Pferdes ganz anschaulich, indem sie auf ihrem Pferd stand, dass auf der Seite lag. |
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| Schlag auf Schlag ging es im Programm weiter, eben noch voltigierte eine Gruppe, schon wurde sie von anderen Akteuren abgelöst. Wie in jedem Jahr war auch die IG wieder mit dabei. Höhepunkt war ein Sprung durch einen Reifen, der mit undurchsichtigem weißem Papier bespannt war. Darauf stand in großen roten Druckbuchstaben – IG Dülmener Wildpferde. |
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Viel zu schnell war das Vorprogramm zu Ende, nachdem der letzte Teilnehmer die Arena verlassen hatte, ging ein raunen durch die Zuschauer. Schon riefen die ersten – "Die Herde kommt!" Alle warteten gespannt auf den Moment, das die ersten Pferdehufe den heiligen Boden berührten. Dann war es soweit, die Herde kam im vollen Galopp um die letzte Linkskurve herum, um dann geradeaus in die Arena zu stürmen. Hurra, die Dülmener Wildpferde sind wieder da. Das Publikum war außer Rand und Band, so sehr liebten sie den Einlauf der Herde, dieser einzigartige Moment. Die Fänger machten ihre Arbeit und fingen alle einjährigen Hengste mit bloßen Händen aus der Herde heraus. Sie brachten sie zum brennen, was nicht einfach war, denn die Fohlen wollten nicht von den Stuten getrennt werden. Mal liefen sie im großen Bogen wieder zurück, mal blieben sie einfach stehen und gingen keinen Schritt mehr weiter. Mal blieb der Fänger Sieger, mal der Hengst. Am Ende gewannen die Fänger. Es folgte die Versteigerung, danach gingen die Junghengste auf ihre Reise in ein neues Leben. |
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Langsam neigte sich ein schöner Tag dem Ende, ich packte meine Kamera ein und machte mich auf den Heimweg. Jetzt hieß es wieder ein ganzes Jahr geduldig sein und auf den nächsten Wildpferdefangtag warten. Tschau, tschau, bis dahin. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste war, dass ich eines meiner besten Fangfotos gemacht hatte. Das sollte sich positiv auf mein weiteres Leben auswirken, es dauerte allerdings noch 4 Jahre, ehe das Positive sichtbar wurde. So lange musste ich warten, aber auch das wusste ich damals noch nicht. |
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| Noch ehe das Jahr 1995 zu Ende ging, veröffentlichte die IG wiederum einige meiner Fotos in der Juni und Septemberausgabe. |
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| Neben dem fotografieren, versuchte ich mich als Geschichten-Schreiber. Meine Story über „Pferde, Menschen, Abenteuer“ fand ebenfalls einen Platz in einem Heft. Darüber freute ich mich besonders, denn mit dem schreiben hatte ich es nicht so, das überließ ich doch lieber anderen, die es besser konnten. |
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Hier die Fotos zu meiner Story |
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![]() 1995 - Tschüß |
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Hallo 1996 Das Jahr 1996 fing mit einer Überraschung an, Mitte des Jahres gab es ebenfalls Überraschungen und es hörte mit einer Überraschung auf. In dem Jahr wollte ich die Wilden Pferden das erste Mal gerne außerhalb des Wildpferdefanges besuchen. Vom 1. März bis 31. Oktober jeden Jahres öffneten sich an den Wochenenden die Tore zur Wildpferdebahn. Am 28. April 1996 war es dann soweit, ich packte meine Kamera ein und fuhr hin. Das Auto blieb am Eingang stehen, nun hieß es laufen, laufen, laufen. Schon von weitem sah ich die Herde vor dem Waldrand auf einer Weide stehen. Davor tummelten sich Menschen, die den gleichen Gedanken hattten wie ich, einfach mal die Pferde in ihrer natürlichen Umgebung sehen. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Herde strahlte eine angenehme Ruhe aus, hier und dort wieherte ein Pferd, mal trabten einige von ihnen. Die ersten Fohlen des Jahrgangs waren schon geboren, überall liefen Stuten mit dicken Bäuchen herum, die bald abfohlen würden. |
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![]() Nach dem Bad rollte sich die Stute genüsslich von einer Seite zur anderen |
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| Wie ich so am Zaun entlang lief, kam ich zu einem kleinen Teich, der diente den Pferden als Tränke und Badeweiher. Voller Begeisterung sah ich ihnen zu, wie sie ohne zu zögern ins tiefere Wasser hinein gingen, das ihnen bis zum Bauch reichte. Zuerst schlugen sie mit den Vorderbeinen auf das Wasser, dass sollte wohl instinktiv Krokodile und andere Räuber vertreiben, um sich dann ins Wasser hinein zulegen. Badende Pferde, so etwas sah ich auch nicht jeden Tag, genau genommen sah ich es noch nie. Nach ca. 3 ruhigen Stunden nahe der 350-köpfigen Wildpferdeherde fuhr ich ebenfalls ruhig nach Hause. |
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Im Wonnemonat Mai 1996 veröffentlichte die Zeitschrift „Reiter und Pferde in Westfalen“ sage und schreibe – 8 – meiner Fotos vom Wildpferdefang. Super schöne Seiten, der Text war nicht von mir, schade, das Ergebnis war trotzdem super schön. |
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Mai 1996 In dieser Zeitschrift fanden die Reiter und Fahrer die Turnierausschreibungen für das laufende Jahr Wie hier in NRW gab es in jedem Bundesland eine Zeitschrift für den Turniersport Da freute ich mich umso mehr über Veröffentlichungen |
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Der Reifensprung durfte auch nicht fehlen |
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Mai/Juni 1996
Auch der Pferdemarkt ließ sich nicht lumpen und veröffentlichte im Mai mein super Fangbild vom letzten Jahr zusammen mit den 3 Zwergen auf der Decke von 1994. So konnte es von mir aus gerne weiter gehen
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Ein Verlag produzierte ein tolles Briefpapier mit 2 meiner Haflinger Fohlenbilder. Die Haflinger gehörten einer Familie, mit denen ich zusammen beim Wildpferdefang war. Waoh, das war was Tolles. Sonst tauchten meine Fotos in verschiedenen Zeitschriften auf, dieses hier war etwas völlig anderes. Im Jahre 2005 standen die beiden Fotos noch mal Pate für ein Briefpapier. |
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Wildpferdefang im Regen - 25. Mai 1996 Das Jahr hatte so schön angefangen und dann das, der erste Wildpferdefang seit 34 Jahren im Regen. Der 25. Mai 1996 sollte in die Geschichte eingehen. Auf der Straße zur Wildpferdebahn rutschte ein Bus mit Kindern in den Graben, als er zwei Radfahrern auswich. Das sprichwörtliche Herzogswetter, die eigentliche Sensation beim traditionellen Wildpferdefang, fiel einfach ins Wasser. Es regnete den ganzen Tag, alles versank im Dauerregen. Die meisten Zuschauer rechneten damit und kamen mit Schirmen an. |
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| Im Vorprogramm nahmen die Akteure alles mit stoischer Ruhe hin, es war ja nicht zu ändern. Trotz des aufgeweichten Bodens in der Arena, schafften die Reiter auf ihren Pferden aus der Camarque ihr Programm, ebenso wie die Voltigierer vom Reiterverein Rhede. Auch die Akteure beim Ponyrennen oder das Schaubild mit Mini-Prominenz der deutschen Reiterei im Vorfeld der Olympischen Spiele dieses Jahres in Atlanta sorgten für Heiterkeit bei den Zuschauern. Die Kutschpferde hatten Schwierigkeiten die Kutschen durch den schlammigen Boden zu ziehen. |
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| Noch nie wurden so schnell alle Junghengste eingefangen, alles zusammen dauerte keine Stunde. Die Fänger kämpften gegen Schlamm und Nässe. Schnell die Versteigerung und ab nach Hause. Mit ca. 14.000 Besucher blieben die Besucherzahlen weit unter den Zuschauerzahlen (20.000) der vergangenen Jaahre. Das alljährlich Volksfest bei sommerlichem Wetter fand nicht statt. |
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| 1996 - Regen ade - im nächsten Jahr sollte die Sonne wieder scheinen |
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Im Juni 1996 veröffentlichte das Feuerwehr-Magazin eines meiner Fotos vom
Wildpferdefang, Pferde im Sonnenschein.
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Dezember 1996 - Ohne Worte |
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Da schau an, schon wieder fiel der Pferdemarkt positiv auf und das gleich zweimal in neuen Jahr 1997. Das gefiel mir sehr gut. |
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![]() Pferdemarkt Mai 1997
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31. Mai 1997
Sonnenschein-Fangwetter Endlich war es soweit, ich fuhr zum Wildpferdefang im Merfelder Bruch bei Dülmen. Es war ein super schöner sonniger Tag, weit und breit gab es keine Regenwolken. |
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Das Showprogramm begann pünktlich um 12:15 Uhr, das erste Mal gab es ein Hindernis-Fahrturnier. Geladen waren Ein- und Zweispänner. In der Arena standen Holzhindernisse, die umfahren werden mussten. Damit es für die Fahrer etwas schwieriger wurde, standen rot-weiß gestreifte Pilonen auf blauen Fässern, die nicht runter fallen durften, das wären die Fehlerpunkte. |
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| Nach den Kutschen begeisterte die Zuschauer eine große Springquadrille mit unterschiedlichsten Pferderassen. Spanische Reiter und Pferde bezauberten mit ihrer Show, genauso wie die Voltigier Gruppe. In dem Jahr kamen die Mitglieder der IG nicht. |
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Kurz vor 15 Uhr lag eine angespannte Stimmung in der Luft. Kein Wunder, denn jeden Moment sollte die Wildpferdeherde kommen. Dann kam sie. Wie eine alte Dampflokomotive, schnaubend und stampfend, füllten die Pferde die Arena mit ihren kleinen, stählernen Körpern. In dem wilden Durcheinander wieherten Stuten und Fohlen. Kurz konnten die Pferde verschnaufen, ehe die Fänger mit ihrer Arbeit, dem einfangen der Jährlingshengste, begannen. Am Ende waren alle sichtlich zufrieden und die Herde durfte wieder die Arena verlassen. |
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| Kurz vorher suchte ich mir einen Platz außerhalb der Arena mit Blick auf den Eingang dazu. 1) Noch liefen die Besucher hin und her, dann nicht mehr. 2) Mit lautem Getöse kamen die Wilden Pferde im vollen Galopp aus der Arena raus gestürmt. 3 + 4) Eine riesige Staubwolke begleitete sie, 5) noch eine Rechtskurve und ich sah nur noch die Hinterhufe der Pferde. Schon waren sie weg, ich war immer noch wie berauscht von dem Anblick dieser wilden Pferde. |
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Tschüß ihr Hübschen, bis zum nächsten Jahr. Nach der Versteigerung war der Wildpferdefang 1997 zu Ende. |
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Im Januar 1998 bekam ich Post aus England Das exklusive englische Magazin „Riding“ wollte ein paar Fotos vom Wildpferdefang veröffentlichen, dazu schickte ich die Bilder im November 1997 hin. Die Zeitschrift hatte – 8 - Fotos genommen und in dem Magazin auf Hochglanz Seiten abgedruckt. Ich war hin und weg, so toll sah das aus. Natürlich war alles in englischer Sprache, so dass ich erst Mal einen Übersetzer brauchte. Das gab es nicht jeden Tag, eine englische Zeitschrift mit meinen Fotos. Herzlich bedankte man sich schriftlich bei mir. Das machte mich sehr stolz, immerhin war ich eine Hobbyfotografin, kein Profi. |
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Im Mai 1998, eine Woche vor dem legendären Wildpferdefang, zog es mich zu den Wilden Pferden. Dieses Mal bekam ich sogar den Deckhengst "Nocek" (Graufalbe, 1,35m) vor die Linse. Er graste friedlich neben den Stuten und Fohlen, die ihrerseits ebenfalls friedlich grasten. Die älteren Fohlen spielten miteinander, stiegen und versuchten sich gegenseitig spielerisch zu beißen. Während die Kleineren noch ganz nah bei der Mutterstute standen und sich von da aus die große, weite Welt anschauten. Schon in einer Woche würde es hier nicht mehr so friedlich zu gehen, denn dann war wieder der große Wildpferdefangtag. |
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![]() Hier sitze ich im Gras |
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30. Mai 1998 Wildpferdefangtag Wie gesagt, eine Woche später war der große Tag da. Allerdings hingen tief am Himmel dicke und dunkle Wolken und gegen 11 Uhr fing es tatsächlich an zu regnen. Hatte der Herzog von Croy etwa wieder den Draht nach oben verloren, so wie vor zwei Jahren? Nein, um 13 Uhr lugte die Sonne zwischen den Wolken hervor und dann herrschte wieder ideales Wildpferdefangwetter – Herzogswetter. |
![]() Eine Familie, Stute und ihr neues Fohlen, dahinter der Jährling |
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Los ging es mit einem Hindernis-Fahrturnier, ähnlich wie im Vorjahr, nur mit anderen Hindernissen. Dem folgte der Spielmannszug aus Buldern (Nachbarstadt), dessen Musiker stilecht mit blauen Bauernkitteln und Holzschuhen gekleidet waren. Anschließend begrüßte wieder Herr Kirchbeck, Leiter der Herzog von Croy´schen Verwaltung, das vieltausendköpfige Publikum. Die Kindergruppe des ZRFV Darup/Nottuln e.V. bekam viel Applaus für ein aktionsreiches Western- Schaubild. Farbenfroh war anschließend das Schauprogramm mit Wiener Charme – dem Wiener Opernball, präsentiert von Alfred Schauberger. Natürlich durften auch die Ponyreiter nicht fehlen, die wieder ihre schnellen Runden bestritten. Cor de Jong und seine Truppe in alten Kostümen überzeugte mit seinen Pferden, vom Boden aus gefahren. Die IG kam in dem Jahr ebenfalls nicht in den Merfelder Bruch. |
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Spielten den Wiener Walzer |
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| 15 Uhr – ca. 350 Hauptakteure kamen im vollen Galopp in die Arena gestürmt, den Zuschauern gefiel es. Ihnen gegenüber 21 kräftigen Bauernburschen aus der Umgebung, die einjährigen Hengste mit bloßen Händen heraus fingen. Zwei Stunden lang machten die Wilden Pferde ihrem Namen alle Ehre. Mit einem Jüngling kämpften die Männer besonders, der Hengst hatte ein tiefschwarzes Fell und erwies sich als großer Läufer. Pech für die Männer, die an seinem Hals hingen und ihn nicht anhalten konnten, doch irgendwann klappte es. Dieser Junghengst erzielte die Traumsumme von 3.000 DM, entsprach 1.500 Euro. Die Fänger hatten immer wieder die größte Mühe, die „Objekte ihrer Begierde“ zu fangen, doch am Ende siegten wie immer die Zweibeiner. Zwischendurch lief ein Angestellter mit allen Kindern des Erbprinzen Rudolph Herzog von Croy, inmitten der Arena zum Brennmeister hinüber. |
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Rolf Andreas meldete dem Herzog „40 Junghengste eingefangen“, anschließend stellten sich die Fänger so hin, dass sie eine Gasse bildeten, durch die die Herde galoppierend wieder in die Freiheit entlassen wurde. Nachdem die Herde weg war, wurden die Jährlinge zum Stutenstall rüber gebracht und dort versteigerte Klaus-Josef Kettelhake wie in den letzten 35 Jahren die gefangenen Tiere meistbietend. Alle Hengste fanden ihre neuen Besitzer, verließen ihre Familien und die Heimat, in der sie das erste Lebensjahr gemeinsam verbrachten. |
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Im Juli 1998 veröffentlichte die Zeitschrift „Reiter und Pferde in Westfalen“ - 6 - meiner Fotos vom Wildpferdefang.
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| Zwei meiner Fotos fanden ihren Platz im Heft der IG. | |
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Am 6. Dezember 1998, Nikolaustag, war ich das erste Mal im Winter bei Eis und Schnee in der Wildpferdebahn. Bei eisigen Temperaturen um die 6 Grad Minus und herrlichem Sonnenschein, blieb ich einige Stunden am Nachmittag bei den Pferden. Sie strahlten eine angenehme Ruhe aus und betrachteten mich als ein Herdenmitglied. Ich war neugierig darauf, was sie so den Tag über im Winter machten. Hauptsächlich suchten sie unter der dünnen Schneedecke nach Gras. Hier und da standen zwei Stuten zusammen und knabberten sich gegenseitig das Fell. Die Herde war in ständiger Bewegung, manchmal trabten einige von ihnen von A nach B. Neugierig waren aber auch die Pferde, mal schaute mich eine Stute direkt an, mal versteckte sich eine hinter einer anderen, um von da aus Blickkontakt zu suchen. Ganz in meiner Nähe hatte sich ein Fohlen hingelegt, während die Stute daneben stand. Ich stellte fest, dass die Pferde genau das gleiche taten wie im Sommer, ausgenommen das Baden. |
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Tschüß ihr Hübschen hier in 1998 |
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Im März 1999 veröffentlichte die „Neue Apotheken Illustrierte“ drei meiner Fangfotos.
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29. Mai 1999 - Ein superschöner Fangtag In diesem Jahr wurde das Positive sichtbar, ich meinte mein Super Fangbild, dass sich 1995 machte. Der Herzog von Croy nahm es zusammen mit zwei weiteren Fotos und schmückte damit seinen neuen Flyer. Hurra, meine Fotos in dem herzoglichen Flyer, ich war hin und weg. Bereits Ende 1998 wurde er gedruckt und kam druckfrisch zum Wildpferdefangtag 1999 auf den Tisch. Im alten Flyer hatten die Fänger noch ihre weißen Jacken an, jetzt strahlten sie in blau/weiß gestreift. |
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Alter Flyer bis 1998 |
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Neuer Flyer ab 1999 |
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| Gleichzeitig schmückte mein Fangbild auch die Eintrittskarten für die Schwerbehinderten Menschen (SB). Jetzt konnte es ja losgehen mit dem Wildpferdefang. Ich durfte das erste Mal offiziell auf der Tribüne Platz nehmen. Das alles war etwas Besonderes und machte mich sehr stolz. | ||
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links: Eintrittskarte in dieser Form endete 1998 rechts: Eintrittskarte in dieser neuen Form begann 1999
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Los ging die ungarische Post. Rainer Stahl kam mit seinen beiden Oldenburger Warmblütern und heizte dem Publikum richtig gut ein. Auf zwei Fingern pfeifend stand er auf seinen Pferden, die im zügigen Galopp ihre Runden in der Arena drehten. Am Stutenstall wurde ein Hindernis aufgebaut über das er mit beiden Pferden sprang. Ebenso rasant ging es weiter, erstmalig fand in diesem Jahr ein Reitpferde-Wettrennen statt. Die Erde bebte unter den Hufen, es wurde ohne Sattel geritten. Neben den „normalen“ Pferden, war auch ein Shire-Horse mit dabei. Fliegende Reiterwechsel machten das ganze Spektakel richtig spannend. Spannend ging es mit dem Hindernisfahren der Zweispänner weiter. |
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Pünktlich wie jedes Jahr lief die Wildpferde-Herde gegen 15 Uhr in die Arena ein. Die Fänger waren alle wieder sehr fleißig. In diesem Jahr gab es etwas Besonderes, ein Fernsehteam wollte den Erbprinzen Rudolph von Croy interviewen. Dazu stellten sich die Herren an den Rand der Arena, drinnen lief die Herde hin und her. Von meinem Platz aus konnte ich alles gut sehen, über Lautsprecher hörten die Zuschauer mit was der Herr über die Wilden Pferde so alles zu sagen hatte. Rolf Andreas führte die Fänger in die Arena zum Herzog von Croy. |
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Nachdem alle jungen Hengste gefangen waren und die Herde die Arena verlassen hatte, wurden die ersten 4 Jährlinge verlost. Dazu holte sich der Sprecher 4 Kinder aus dem Publikum, die teils schüchtern, teils forsch an die Sache ran gingen. Alle anderen Hengste versteigerten sie wie immer. |
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![]() rechts: Bruder des 1995 verstorbenen Oberförsters Karl-Heinz Düssel |
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Am Ende dieses aufregenden Tages fuhr ich glücklich nach Hause und freute mich auf das nächste Jahr. |
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Im Sommer 1999 veröffentlichte das „Münsterland Magazin“ zwei meiner Fotos vom Wildpferdefang. Ein Bild erschien dabei Seitenverkehrt, das sah auch gut aus. |
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![]() Seitenverkehrt |
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Ebenfalls im Sommer 1999 wollte das „Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung ein Foto haben, um es im Buch für die „Mittelalterarchäologie in Österreich“ zu verwenden. Leider wurde nichts daraus, schade. By, By 1999. |
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Hier endete der erste Teil meiner Geschichte über die Dülmener Wildpferde. Teil 2 folgte im Oktober 2010 |
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| © Text / Entwurf / Bilder - Gitta Gesing - Juni 2010 |
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| Wenn Sie Spaß am lesen hatten, dann freuen Sie sich auf die nächste News Geschichte über die Dülmener Wildpferde Teil 2 im Oktober 2010. Im "News & Archiv" finden Sie alle Geschichten schnell wieder. |
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Copyright © by Gitta Gesing 2007 |